Lothar Kaiser

EGKS-Vertrag steht in Brüssel zur Diskussion

Die europäische Gemeinschaft spielt eine wichtige Rolle bei den deutschen Kohlesubventionen. Die sind bis zum Jahre 2005 gesichert, auf europäischer Ebene allerdings nur bis zum Jahre 2002. Was danach geschieht, ist unklar und muss erst noch verhandelt werden. Denn im Jahre 2002 läuft der sogenannte EGKS-Vertrag aus.

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Der Kohlekompromiss von 1997

Importkohle, etwa aus Südafrika, Polen, Australien, China, den USA und Kolumbien, kostete in diesem Jahr in Deutschland unter 70 Mark je Tonne. Ein Grund: Überkapazitäten auf den Weltmärkten. Ein anderer: Schiffe unter Billigflagge sind kein großer Kostenfaktor mehr; die Frachtraten sinken. Da kann die deutsche Steinkohle mit Förderkosten von fast 270 Mark je Tonne nicht mithalten. Kein neues Problem, gewiss. Doch wie in keinem Jahr zuvor wird es sich in den kommenden beiden Jahren im Ruhrgebiet auswirken. Durch beschleunigte Zechenstillegungen und Personalabbau. Grund genug für „Westblick“ auf WDR 5, der deutschen Steinkohle, den betroffenen Bergleuten, dem RAG-Konzern als Betreiber der verbliebenen Zechen und der Kohlepolitik in Brüssel und Berlin eine Serie zu widmen. Am Anfang steht ein Blick zurück.

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Bibliothek des Ruhrgebiets

Für knapp achtzehn Millionen Mark ist in der Ruhrgebietsstadt Bochum die neue „Bibliothek des Ruhrgebiets“ entstanden. Eine halbe Million Bücher macht sie zu einer der größten Fachbibliotheken der Bundesrepublik. Mit einem Festakt und dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Wolfgang Clement als Festredner wurde sie am 26.11.99 eingeweiht.

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Liebäugelt RWE AG auch mit dem RAG-Konzern?

Man musste kein Hellseher sein um vorauszusagen, dass die im Oktober 1999 angekündigte Fusion der beiden Energiekonzerne RWE in Essen und VEW im benachbarten Dortmund auf der Aktionärsversammlung der RWE am 18.11.1999 in der Essener Grugahalle das Thema Nr. 1 sein würde – obwohl es für Beschlüsse noch zu früh war: Das letzte Wort über die Fusion werden die Aktionäre beider Konzerne erst in den Hauptversammlungen im Sommer nächsten Jahres haben. Über das Umtauschverhältnis der Aktien entscheidet bis dahin die Gutachten zweier Wirtschaftsprüfungsunternehmen, die – auf der Grundlage von Umsatz, Börsenwert und Mitarbeiterzahl – die Geschäftswerte beider Unternehmen feststellen sollen. Das Umtauschverhältnis von VEW- in RWE-Aktien dürfte bei 4:1 oder gar 5:1 liegen. Stimmen die Aktionäre dem im nächsten Jahr zu, kann die Verschmelzung rückwirkend zum 1.1.2000 wirksam werden. Durch sie entstünde ein Konzern mit 170.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 86 Milliarden Mark. Und weitere Verflechtungen sind nicht ausgeschlossen. Etwa mit dem Essener RAG-Konzern.

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Zehn Jahre Initiativkreis Ruhrgebiet

Seit nunmehr zehn Jahren gibt es den Initiativkreis Ruhrgebiet, ein Zusammenschluss von Unternehmern und Unternehmern zwischen Dortmund und Duisburg, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, in dieser Region Innovationen und Investitionen zu fördern, Kultur und Sport zu sponsern und durch all das Werbung zu machen für das Ruhrgebiet. Zehn Millionen Mark, von den Mitgliedunternehmen aufgebracht, flossen in den vergangenen zehn Jahren in technische Projekte für Jugendliche, weitere zwanzig in die Wissenschaft – darunter in Medizin- und Hightech-Kongresse – , dreißig Millionen in die Sport- und vierzig in die Kulturförderung. Macht zusammen hundert Millionen Mark.

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Anmerkungen zur Kommunalwahl

Die Kommunalwahl ist gelaufen, die Arbeit beginnt. In vielen Städten und Kreisen in Nordrhein-Westfalen kamen am 24. September 1999 Stadträte und Kreistage zu konstituierenden Sitzungen zusammen. So auch im Ruhrgebiet, das jahrzehntelang fest in SPD-Hand war. Jetzt gibt es Lücken im roten Netzwerk. Etwa in Mülheim, Gelsenkirchen und Essen, wo die CDU den Oberbürgermeister stellt. Das Kräfteverhältnis in den Kommunalparlamenten ist dagegen vielfach noch unklar. Da ist die CDU auf Koalitionspartner angewiesen, wenn sie regieren will.

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Personalabbau im deutschen Steinkohlebergbau

Im sogenannten Kohlekompromiß des Jahres 1997 haben Bund, Länder, Unternehmen und Gewerkschaft bis zum Jahre 2005 sinkende öffentliche Kohlebeihilfen und als Folge davon Zechenstillegungen und Personalabbau festgeschrieben. Von den derzeit 65.000 Bergleuten wird in den kommenden fünf Jahren jeder dritte (dann nur noch 30.000) seinen Arbeitsplatz verlieren – nach Möglichkeit sozialverträglich, d.h. ohne Kündigungen. Damit dies gelingt, hat sich die Deutsche Steinkohle AG viel einfallen lassen. Und erhöht über dreißig „Jobberater“ den Druck auf die Bergleute weiter. Siehe auch Bericht im Deutschlandfunk.

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„Job-Explorer“ der RAG macht Bergleute nachdenklich

Um Mitarbeiter zum Abschied von der Kohle zu bewegen, hat sich die DSK, die Deutsche Steinkohle AG mit Sitz in Herne, die Mailing-Aktion „Job-Explorer“ einfallen lassen.

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Karl Starzacher wird neuer Chef der RAG

Der frühere hessische Finanzminister Karl Starzacher (SPD) ist der neue Mann an der Spitze des Essener Energie- und Technologiekonzerns RAG. Der Aufsichtsrat unter dem Vorsitz von VEBA-Chef Ulrich Hartmann wählte ihn am Abend des 23. Septembers 1999 zum Vorstandsmitglied ab 1. Oktober und zum Jahres-wechsel zum Nachfolger von Gerhard Neipp.

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Gerhard Neipp gibt RAG-Vorstandsvorsitz ab

Viele hatten ihn gedrängt, noch eine Amtsperiode anzuhängen. Seine Mitarbeiter auf der Vorstandsetage, Betriebsräte der vielen Tochterunternehmen, Gewerkschaftsvertreter, der Aufsichtsrat. Doch Neipp blieb hart: 46 Berufsjahre waren für den Mann mit viell Familiensinn – er hat zwei Söhne und eine Tochter – mehr als genug. Seinem Nachfolger hinterlässt er ein geordnetes Unternehmen. Einen Konzern, der Zukunft verdient haben sollte.

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